Aicha vorm Wald. In der vollbesetzten Pfarrkirche St. Peter und Paul in der Pfarrei Aicha vorm Wald, fand am Hochfest Allerheiligen neben dem Hauptgottesdienst am Vormittag, am Nachmittag eine besonders gestaltete Andacht mit Gedenkzeit für die 21 Verstorbenen der Pfarrei und im Anschluss die Gräbersegnung durch Pfarrvikar Pater Ambrosius Obermeier statt.
Zu Beginn der von Wortgottesdienstleiterin Barbara Westermeier ausgearbeiteten Andacht, zogen der liturgische Dienst mit Pater Ambrosius und den Ministranten in Stille in die Pfarrkirche ein und die Besucher hörten von Barbara Westermeier eine eindrucksvolle Meditation zu der im Altarraum schwebenden Installation großer Federn, einem Symbol für das „Federleichte“ einem Gefühl, dass die Verbindung mit den Verstorbenen über den Tod hinaus bleibt und wir uns Wiedersehen. Sie fand viele tröstende Worte für die Angehörigen die in diesem Jahr einen lieben Menschen verloren haben. Leichter so Barbara Westermeier kann die Last der Trauer werden, aber wohl nie so leicht wie diese weiße Federn hier in unserer Kirche.
In seiner Predigt hatte Pater Ambrosius Obermeier einen Text aus dem Matthäusevangelium gewählt und bei seiner Auslegung auf die Dimension im Himmel hingewiesen, die wir uns gar nicht vorstellen können. Ein Wiedersehen, nur auf unsere Lieben und Freunde zu beziehen, sei viel zu klein gedacht.
In Stille, Respekt und Dankbarkeit wurde das Totengedenken durch Pater Ambrosius und Alexandra Strauß durchgeführt und dabei die Namen der 21 Verstorbenen vorgelesen. Als sichtbares Zeichen der Erinnerung wurde für jede Verstorbene und jeden Verstorbenen eine individuell gestaltete Kerze durch Marion Hafner angefertigt und am Licht der Osterkerze entzündet und zusätzlich eine Kerze für alle anderen Verstorbenen, deren Namen nicht genannt, aber fest in unsere Herzen eingeschrieben sind. Eine weitere Kerze wurde für alle Kinder, entzündet die vor, während oder nach der Geburt verstorben sind und weitere Kerzen für all jene die in Vergessenheit geraten sind, für denjenigen, der in dieser Stunde gerade im Sterben liegt und eine für den nächsten aus der Pfarrei, den Gott zu sich heimholen wird.
Mit den Fürbitten, vorgetragen von Barbara Westermeier, dem gemeinsam gesprochenen Vater unser und dem Segen des Priesters, endete diese beeindruckende Andacht und die Gläubigen zogen zu den Gräbern ihrer Angehörigen, die beim Gräbergang durch Pater Ambrosius gesegnet und mit Weihwasser besprengt worden sind. Ganz berührend das Salve Regina durch Pater Ambrosius zum Schluss der Gräbersegnung gesungen.
Die Kerzen, die für die Verstorbenen des letzten Jahres entzündet worden sind, durften von den Angehörigen mit nach Hause genommen werden. Barbara Westermeier bedankte sich bei Marion Hafner für die künstlerische Gestaltung der Kerzen, beim Frauenbund Aicha vorm Wald für die Übernahme der Kosten und sie bot in einem der Kerzen beigelegten kleinen Brief ihren ehrenamtlichen Dienst als ausgebildete Trauerbegleiterin bei einem Todesfall an.
Text Josef Enzesberger


