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Gedanken zur elften Karfreitagsbitte

Lie­be Pfarr­an­ge­hö­ri­ge, lie­be Schwes­tern und Brüder!

Wenn Sie am Kar­frei­tag die Fei­er vom Lei­den und Ster­ben Chris­ti an ihrem Fern­se­her mit­ver­fol­gen, kön­nen Sie eine Beson­der­heit mit­er­le­ben. Den zehn gro­ßen Für­bit­ten wird eine elf­te hin­zu­ge­fügt, die die gegen­wär­ti­ge Coro­na-Kri­se zum Inhalt hat. Sie lautet:

Lasst uns auch beten für alle Men­schen, die in die­sen Wochen schwer erkrankt sind; für alle, die in Angst leben und für­ein­an­der Sor­ge tra­gen; für alle, die sich in Medi­zin und in Pfle­ge um kran­ke Men­schen küm­mern; für die For­schen­den, die nach Schutz und Heil­mit­teln suchen, und für alle, die Ent­schei­dun­gen tref­fen müs­sen und im Ein­satz sind für die Gesell­schaft, aber auch für die vie­len, die der Tod aus dem Leben geris­sen hat. (Beu­get die Knie. – Stil­le – Erhe­bet euch.)


All­mäch­ti­ger, ewi­ger Gott, du bist uns Zuflucht und Stär­ke; vie­le Genera­tio­nen haben dich als mäch­tig erfah­ren, als Hel­fer in allen Nöten. Steh allen bei, die von die­ser Kri­se betrof­fen sind, und stär­ke in uns den Glau­ben, dass du alle Men­schen in dei­nen guten Hän­den hältst. Die Ver­stor­be­nen aber nimm auf in dein Reich, wo sie bei dir gebor­gen sind. Dar­um bit­ten wir durch Chris­tus, unse­ren Herrn.

Es gibt kei­nen bes­se­ren Tag als den Kar­frei­tag und kei­nen bes­se­ren Ort als das Kreuz Jesu, um alles Leid, alle Sor­ge und alle Angst, die das Coro­na-Virus in der gan­zen Welt aus­löst, vor Gott hin zu brin­gen. Schließ­lich lehrt uns der Kar­frei­tag, dass Gott in Jesus um unse­re Not weiß, dass er unse­re Schmer­zen und den Tod kennt und durch­lit­ten hat.

Doch dabei bleibt es nicht. Zwei Tage spä­ter fei­ern wir in der Oster­nacht, dass Gott all die­ses Dunk­le ver­wan­deln wird in strah­len­des Leuch­ten und den Tod in ewi­ges Leben. Ich kann mir vor­stel­len, dass mein Oster-Hal­le­lu­ja heu­er aber nur aus hal­ber Brust ertö­nen wird. Zum einen, weil ich es nicht zusam­men mit der Gemein­de anstim­men kann. Zum andern, weil gefühlt für mich noch nicht Ostern ist, solan­ge noch Aus­gangs­be­schrän­kun­gen herr­schen, Men­schen um ihr Leben kämp­fen und der Coro­na-Virus noch nicht in die Schrank gewie­sen wor­den ist.

Mein Oster­sonn­tag wird heu­er wohl eher ein Kar­sams­tag blei­ben, an dem Leid und Tod und Trau­er noch voll prä­sent sind, sich aber schon die lei­se Hoff­nung auf Ret­tung erah­nen lässt. Den Oster­ju­bel hebe ich mir für spä­ter auf. Für jetzt blei­be ich bei der elf­ten Kar­frei­tags­bit­te, zu der ich auch Sie ein­la­den darf!

Got­tes Segen, Kraft, Mut und Gesund­heit wünscht Ihnen Ihr 

Pas­to­ral­re­fe­rent Otto Penn