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Gedanken zum Osterfest

Lie­be Pfarr­an­ge­hö­ri­ge, lie­be Schwes­tern und Brüder!

Mit gro­ßen Schrit­ten gehen wir auf die öster­li­chen Fest­ta­ge zu. Was nor­ma­ler­wei­se ein Anlass zur Freu­de ist, steht in die­sem Jahr unter dem Zei­chen der welt­wei­ten Coro­na­pan­de­mie und den weit­rei­chen­den Ein­schrän­kun­gen in der per­sön­li­chen Lebens­füh­rung, die damit ver­bun­den sind. Und so wird es in die­sem Jahr kei­ne öffent­li­chen Kar- und Oster­got­tes­diens­te geben. Dies ist ein tief­grei­fen­der Ein­schnitt für jeden ein­zel­nen Chris­ten und das gemein­schaft­li­che Leben unse­rer Gemein­den. Statt Freu­de ist des­halb viel­mehr Sor­ge oder viel­leicht sogar Angst zu spü­ren. Da sind Eltern in der Sor­ge um Ihren Arbeits­platz und die Unter­brin­gung ihrer Kin­der. Da sind Geschäfts­leu­te in der Sor­ge um ihre beruf­li­che Exis­tenz. Da sind älte­re und gesund­heit­lich vor­be­las­te­te Men­schen, die beson­ders gefähr­det sind. Da sind nahe­zu alle in Not­fall­diens­ten, in Kli­ni­ken und Heim­ein­rich­tun­gen Beschäf­tig­ten, die jetzt beson­ders gefor­dert sind. 

Ja, die Coro­na­kri­se hat uns die Begrenzt­heit unse­rer mensch­li­chen Exis­tenz wie­der sehr deut­lich vor Augen geführt. 

Aber mit­ten in all die­se erns­ten Sor­gen hin­ein, dür­fen wir auch in die­sem Jahr die fro­he Bot­schaft hören: Der Herr ist auf­er­stan­den! Ja, er ist wahr­haft auf­er­stan­den!“ Ostern fällt nicht aus! Wir müs­sen viel­mehr in die­sem Jahr neue Wege fin­den, die Kar- und Oster­ta­ge zu fei­ern. Jeder für sich – allein oder im Kreis der Fami­lie – und doch durch unse­ren Glau­ben und die fro­he Bot­schaft mit­ein­an­der verbunden.

Ich wer­de wei­ter­hin stell­ver­tre­tend für Sie alle täg­lich die Hl. Mes­se fei­ern. Dies, weil in unse­rer Situa­ti­on gera­de die Fei­er der Eucha­ris­tie unser Auf­trag als Kir­che ist, die Sor­gen der Men­schen vor Gott zu brin­gen und ihnen auch wei­ter­hin geist­lich nahe zu sein. Ich lade Sie herz­lich ein, die Eucha­ris­tie inner­lich mit­zu­fei­ern, mit­zu­be­ten und auch durch die Lektüre der Hei­li­gen Schrift und die Haus­got­tes­diens­te in Kon­takt mit Jesus selbst zu blei­ben. So sind Sie auf die­se Wei­se trotz­dem tief inner­lich mit Jesus ver­bun­den, pfle­gen mit Ihm Kom­mu­ni­on, Gemein­schaft. Viel­leicht wird uns durch die­se Situa­ti­on auch wie­der bewuss­ter, welch hohes Gut uns mit der öffent­li­chen Fei­er der Lit­ur­gie geschenkt ist. Viel­leicht ler­nen wir in die­sen Tagen, umso mehr zu schät­zen, was uns durch die der­zei­ti­ge Situa­ti­on genom­men ist: den Glau­ben in Gemein­schaft leben und fei­ern zu können.

Der öster­li­chen Bot­schaft, dass sich das Leben durch­setzt, dür­fen wir trotz­dem Raum geben in unse­ren Köp­fen und Her­zen. So kön­nen wir bei aller berech­tig­ten Angst und Sor­ge unser Füh­len und Han­deln lei­ten las­sen von der Gewiss­heit, dass unser Gott ein Gott des Lebens ist, ein Gott, der das Leben will. Und das ist es, was uns Ostern zuruft: Ihr dürft euch leben­dig füh­len, ihr dürft euch an eurem Leben freu­en. Und freu­en kön­nen wir uns auch an den klei­nen Din­gen unse­res Lebens: An dem Lachen der Kin­der, an dem Leben, das sich über­all in der Natur gera­de anschickt, mit vol­ler Kraft her­vor­zu­bre­chen, und an der Zeit, die vie­le viel­leicht jetzt mehr mit ihrer Fami­lie ver­brin­gen kön­nen. Nicht die Ent­täu­schung über das, was gera­de alles abge­sagt wird, soll­te in unse­rem Fokus ste­hen, son­dern die Freu­de über das, was ange­sagt ist. Auf einer Nach­richt, die ich in die­sen Tagen zuge­schickt bekam, stand zu lesen: 

Son­ne ist nicht abge­sagt, Früh­ling ist nicht abge­sagt, Lie­be ist nicht abge­sagt, Hoff­nung ist nicht abge­sagt, Beten ist nicht abgesagt.“ 

So vie­les, was uns noch bleibt. Es ist wich­tig, dass wir unser Den­ken und Füh­len auf das aus­rich­ten, was für uns Chris­ten im Zen­trum unse­res Glau­bens steht:

Die Hoff­nung auf die Auf­er­ste­hung, die Leben bedeu­tet, Leben in all sei­nen Facetten! 

In die­sem Sin­ne wün­sche ich Ihnen allen von Her­zen ein geseg­ne­tes Osterfest. 

In herz­li­cher Gebetsverbundenheit

Ihr/​Euer

Pfar­rer Johan­nes Graf